Dauercamps im Park beeinträchtigen die Sicherheit nicht nur unserer Kinder

© Parkfreund
Was zunächst aussieht wie Vermüllung ist ein permanenter Dauerschlafplatz für mehrere Personen.

Liebe Parkfreunde

Die Winterferien gehen zu Ende und Sie sind hoffentlich erholt (und ohne Skiverletzungen) wieder zurück in Berlin und starten morgen gut in die Woche. Zum Alltag gehören dann leider auch die alltäglichen Probleme, derer wir uns nun auch wieder annehmen.

Schon im vergangenen Sommer konnte man an etlichen Stellen im Park Sommercamps, sprich: Lager- und Schlafplätze vermutlich obdachloser Menschen finden. Trotz der Gefahren, die in diesem trockenen Sommer von den dort zum Teil dauerhaft aufgestellten Grills ausging, haben wir das alle mehr oder weniger freundlich ignoriert. Obdachlosigkeit ist für viele Betroffene eine Notsituation, und diesen Menschen möchte man eigentlich keine zusätzlichen Steine in den Weg legen.

Der Winter hat dieses Problem leider nicht gelöst. Es zeigt sich vielmehr, dass die Sommercamps sich teilweise in ganzjährige Besiedelungen gewandelt haben, mit Matrazen, Plastikplanen und der zugehörigen Vermüllung.

Einer dieser Lagerplätze, ganz in der Nähe zum Sportclub Dokan, ist mittlerweile zu einem großen Ärgernis geworden. Die dort lagernden Personen sind oft alkoholisiert (man kann es im vorbeigehen hören) und verrichten dort auch ihre Notdurft, denn natürlich gibt es auch für diese Menschen keine Toiletten.

Neben den Unannehmlichkeiten, die für alle Parkbesucher von solchen Plätzen ausgehen, ist es speziell für junge Besucher des Sportclubs, die die Zuwegung durch den Park nutzen müssen, nicht hinnehmbar. Schon garnicht in der dunklen Jahreszeit. (Die Beleuchtungssituation und die vielen defekten Laternen sind ohnehin ein eigenes Thema.)

Ohne Vorfälle herauf beschwören zu wollen: Das Sicherheitsrisiko für Kinder, die in der Dunkelheit an den Lagerstätten von teilweise alkoholisierten, obdachlosen Männern vorbeispazieren müssen, ist nicht von der Hand zu weisen. Für ein Kind reicht oft schon das Wissen aus daß hier Personen in den Büschen wohnen und von dort auf den Weg treten könnte, um ihn zukünftig zu meiden. Vom Schrecken, falls dann auch noch etwas vorfällt ganz zu schweigen. Wir nehmen im übrigen auch an, daß es nicht nur Kindern so geht. Neben Fäkalien und Müll: es ist aus guten Gründen nicht erlaubt in Berliner Grünanlagen zu campieren.

Die Zustände und Vorfälle im Tiergarten haben wir noch im Gedächtnis. In Weißensee sollten daher umgehend präventive Maßnahmen getroffen werden, denn der nächste Sommer kommt bestimmt. Gemütliche Campinglager mit Seezugang sprechen sich schnell herum, wie wir im Sommer gesehen haben.

Deswegen wurde Polizei und das Grünflächenamt bereits mehrfach informiert und darum gebeten aktiv zu werden. Das Lager und der Müll wurde dokumentiert. Da aufgrund der unterschiedlichen „Dienstzeiten“ jedoch niemand anzutreffen war, gibt es bis heute keine Änderung der Situation. Die Polizei merkte an daß sie dafür nicht zuständig sei.

Wir bekamen auch den Rat, die Lager selbst wegzuräumen. Bei allem Ärgernis: Schlafsäcke, Matrazen und persönliche Habe zu beseitigen, das geht in unseren Augen nur mit behördlicher Legitimation – es bleibt fremdes Eigentum. Ausserdem ist so etwas klar die Aufgabe des Grünflächen, bzw. Ordnungsamtes und kann nicht einfach an die Bürger delegiert werden.

Daher haben wir uns dazu entschlossen, uns mit mit einem offenen Anschreiben an die entsprechenden behördlichen Stellen zu wenden, um hier eine Stellungnahme zu erhalten.